Kontrollierte Wohnraumlüftung - Tipps, Erklärung
Wie funktioniert eine kontrollierte Wohnraumlüftung? Dazu Tipps und mehr.. ![]()
Wir erklären Ihnen hier wie eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) funktioniert. Was es dabei zu beachten gibt, warum eine kontrollierte Wohnraumlüftung heute in fast jedem neuen Haus Standard ist und anderes.
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Warum eine kontrollierte Wohnraumlüftung?
Nachdem jedes Haus luftdicht gebaut weren sollte, kann die im Gebäude entstandene Feuchtigkeit (Kochen, Schwitze, Ausatmen, Schlafen...) und Gerüche (Kochen, WC) nicht mehr ausreichend nach außen gelangen.
Gleichzeitig aber gelangt zuwenig Außenluft (Frischluft) in das Haus. Das kann dann zu Schimmelbildung in den Feuchträumen (wie Bad) führen.
Beim regelmäßigen lüften, durch offene Fenster und Türen, geht Warmluft verloren. Wer nicht mindestens dreimal am Tag kurz und intensiv lüften will oder kann, dem bieten kontrollierte Lüftungen, auch Komfortlüftung genannt, eine elegante Lösung.
Bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung funktioniert die Be- und Entlüftung von Häusern automatisch. Dies kann auch mit einem zentralen Wärmetauscher passieren. Dieser entzieht der Innenluft die Wärme, bevor er diese nach aussen abgibt und leitet die Wärme dann mit der angesaugten Frischluft wieder in die Räume. Es handelt sich dabei um die sogenannte Wärmerückgewinnung.
Die elektronische Regelung selbst steuert die -je nach Ausführung- voll automatisch und an die Bedürfnisse der Hausbewohner angepasst.
Weitere Vorteile: Durch dementsprechende Filter bekommen Allergiker eine dementsprechende Steigerung ihrer Lebensqualität, da keine Pollen (und auch Insekten) mehr nach innen gelangen. Auch dringt - da keine offenen Fenster mehr- kein Straßenlärm mehr nach innen.
Passive Wärmerückgewinnung mit Wärmetauscher
Im Zusammenhang mit einer passiven (= außer Energie zum Lufttransport keine weitere Hilfsenergie erforderlich) Wärmerückgewinnung mit Wärmetauschern (Kreuzstrom-, Gegenstrom oder Kreuz-Gegenstrom-WT) ist der erforderliche zusätzliche Energieaufwand für die Vorwärmung der Außenluft relativ klein.
Den großen Einspareffekt bringt allerdings im Vergleich zur Fensterlüftung die kontrollierte Lüftung selbst.
Bis zu > 90% Wärme kann aus der Abluft zurück gewonnen werden,
d. h. bis ca. 0°C Außenlufttemperatur, muss die Frischluft nicht vorgewärmt werden (bei 20°C Ablufttemperatur wird die Zuluft auf 18°C erwärmt).
Nachgeheizt wird ansonsten bei Bedarf z. B. mit einem E-Wärmetauscher oder dem Heizsystem.
Die Unterschiede der angegebenen Wärmetauscher-Wirkungsgrade (80 oder >90%) unterschiedlicher Hersteller sind nicht überzubewerten.
Passive Wärmerückgewinnung mit Erdrohr (Erdwärmetauscher)
Zusätzlich kann die angesaugte Frischluft sehr effektiv über ein Erdrohr um das Haus in ca. 1,2-1,5 m Tiefe geführt werden. (nur bei Keller- oder EG-Aufstellung der Lüftungszentrale).
Im Winter wird damit die Frischluft vorgewärmt und im Sommer gekühlt.
Relativ konstante Temperaturen des Erdreichs das ganze Jahr über in ca. 1,20 m Tiefe im Winter ca. +6°C, im Sommer ca. +14°C.
Aktive Wärmerückgewinnung mit Wärmepumpen
Hier wird über den Verdampfer der WP der Fortluft Wärme entzogen und auf ein für Heizzwecke nutzbares Temperaturniveau gebracht.
Je nach Anlagenkonzeption wird die gewonnene Energie zur:
- Trinkwassererwärmung
- Frischlufterwärmung oder zur
- Beheizung genutzt.
Zur Anwendung für KWL-Anlagen (KWL=kontrollierte Wohnraumlüftung) kommen Luft/Luft- und Luft/Wasser-WP.
KWL-Geräte mit integrierter Luft/Luft-Wärmepumpe sind mit oder ohne vorgeschaltete passive Wärmerückgewinnung verfügbar.
Der Kondensator der WP führt seine Wärmeenergie dabei ausschließlich dem Außenluftstrom zu.
Mit zusätzlichen Kreuzstrom- oder Plattenwärmetauscher sind hohe Rückwärmezahlen möglich, sodass in Übergangszeiten die statische Heizung oftmals nicht benötigt wird.
Bei reversiblen Betriebsmodus ist zusätzlich im Sommer auch eine aktive Kühlung und Entfeuchtung der Räume möglich.
KWL-Geräte mit integrierter Luft/Wasser-Wärmepumpe
können auf Grund ihrer Kondensatorbauart die Heizenergie an wasserführende Wärmetauscher übertragen.Vorrangig kann die Wärmesenke ganzjährig zur Trinkwassererwärmung genutzt werden.
Weiterhin bieten solche Systeme auch eine Unterstützung der statischen Heizung und die Erwärmung der Frischluft über ein Luftheizregister.
Leistungszahlen bis 5 können mit vorgeschalteten Wärmetauscher erreicht werden
Energetisch besonders interessant sind Kombinationen passiver und aktiver Wärmerückgewinnung.
Tipps zur kontrollierten Wohnraumlüftung - KWL -:
* Die Lüftungsanlage muss im laufenden Betrieb regelmässig gewartet und gereinigt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Zuluft verschmutzt und damit die Luftqualität deutlich gemindert wird.
• Die Ansaugstelle für die Frischluft unbedingt an lufthygienisch unbelastetem Ort platzieren (keine Kurzschlüsse zwischen Abluft und Zuluft; nicht in der Nähe von Abluftrohren benachbarter Gebäude, der Strasse oder von Baustellen). Geringe mikrobielle Belastung der Ansaugstelle: frei von dichter Bepflanzung, keine Quellen von Mikroorganismen (z.B. Komposthaufen) in der Nähe.
• Erdregister: Auf gut verlegtes und dichtes Erdregister achten: Ablauf von Kondens- und allfälligem Fremdwasser im Erdregister sicherstellen. Verbindungsstellen luft- und wasserdicht verschliessen, um den Eintritt von Gasen (radioaktives Radon) und Meteorwasser zu verhindern. Den Untergrund sorgfältig verdichten, um ein örtliches Absenken der Rohre zu vermeiden.
*Außenluft-Wärmepumpen sind zu Zeiten hoher Heizölpreise besonders populär. Die Industrie hat es durch die kontinuierliche Weiterentwickung geschafft, die Arbeitszahlen von ursprünglich 2 - 2,5 auf etwa 3 - 3,5 zu verbessern und damit den "Effizienzabstand" zu Grundwasser- oder Erdreich-Systemen zu verringern. Die Arbeitszahl gibt das Verhältnis von elektrischer Antriebsenergie zu Gesamtwärme an, z.B. Arbeitszahl 3 bedeutet: Aus einer kWh Strom werden drei kWh Gesamtwärme.
Generell gilt auch hier, wie bei jeder anderen Heizungswärmepumpe: Die Arbeitszahl steigt, je niedriger die Temperatur im Heizverteilsystem (Radiatoren, Fußboden-, Wandheizung, etc.) ist. Ideal sind Vorlauftemperaturen um 30° - 35° C.
*Die Luft-Wärmepumpe ist das ideale System für den nachträglichen Einbau. Einige Anbieter haben auch diese Art von Wärmepumpen mit einem Kühlsystem im Angebot. Achten Sie bbi der Platzierung des Außenteils auf die Lärmentwicklung die durch die Strömungs- und Ventilatorgeräusche entstehen können. Deshalb sollten Sie vorher unbedingt bei Ihren Anbieter den Geräuschemissionspegel erfragen.


